Muss ich ein Businessplan schreiben

Muss ich einen Businessplan schreiben?3 min Lesezeit

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Hast Du auch schonmal überlegt, ob Du einen Businessplan brauchst? Musstest Du vielleicht schon einen Businessplan schreiben für Zuschüsse oder die Vergabe eines Kredits? Viele Neulinge beim Thema Gründung denken, dass sie einen schreiben müssen. Viele alte Hasen sagen: „Den braucht man eh nicht. Ich habe da nie wieder reingesehen.“

Dieser Artikel versucht die Vorteile und Nachteile eines Geschäftsplans herauszuarbeiten. So kannst Du Deine eigene Antwort auf die Frage „Muss ich einen Businessplan schreiben?“ finden.

Der klassische Businessplan

Wer sich hinsetzt und länger als 3 Minuten mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest, dass einer der häufigsten Anwendungsfälle die Gründung eines Unternehmens ist. Nach ein paar Klicks findet man heraus, dass die Arbeitsagentur einen sehen will für die Vergabe von Zuschüssen. Und man lernt, dass Banken für die Kreditentscheidung bei Neugründungen einen Businessplan sehen wollen. Es gibt sogar ein mehr oder weniger standardisiertes Format .

  • Zusammenfassung
  • Produkt- oder Dienstleistungsidee
  • Unternehmenskonzept
  • Team
  • Marktanalyse
  • Marketing- & Vertriebsplan
  • Finanzplanung
  • Risiken

Um es kurz zu fassen, wer externes Kapital von staatlichen Stellen oder Banken braucht, wird um diese Form des Businessplans nicht herumkommen. Es bleibt offen, ob durch das Verfassen in dieser Art ein Geschäftserfolg wahrscheinlicher wird.

Businessplan vs. „Planlos“

Meiner Erfahrung nach haben die meisten Gründer genug Eigenkapital oder holen ihr Fremdkapital aus dem Familienkreis. Gleichzeitig verzichten sie auf die Erstellung eines Plans mit der Begründung, dass es viel (unnötige) Arbeit kostet und man für die Geldbeschaffung keinen braucht.

Zur selben Zeit sagt die Statistik, dass die „Sterblichkeitsrate“ junger Unternehmen exorbitant hoch ist. Weit über 50% der Neugründungen erleben ihren 7. Geburtstag nicht.

Um das gleich klarzustellen: Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Unternehmenserfolg und der Qualität bzw. dem Schreiben eines Businessplans.

Was macht Unternehmen erfolgreich?

Ich glaube, es ist egal, wen man fragt. Heraus kommen eigentlich immer Varianten der selben Hauptfaktoren: gute Mitarbeiter, hohe Kundenorientierung, passende Strategie, hervorragende Umsetzung, geiles Marketing und genug Geld (bzw. Kostenmanagement).

Ich muss kein Einstein sein, um zu sehen, dass man unmöglich von Anfang an in allem gut sein kann. Was ich aber gelernt habe über die Jahre meiner Selbstständigkeit, ist, dass planvolles Vorgehen und sinnvolle Überlegungen vorab einen riesigen Unterschied machen.

Und da ist es, das kleine Wörtchen „planvoll“ – also voll geplanter(!) Handlungen.

Muss ich jetzt einen Businessplan schreiben oder nicht?

Ich glaube, dass ein klassischer Businessplan nur einen Zweck hat, nämlich jemanden dazu zu bringen, in das Unternehmen zu investieren. Es wird also die Geschäftsidee verkauft. 

Was man meiner Meinung nach für den Geschäftserfolg braucht, ist etwas völlig anderes: nämlich einen Plan, um die genannten Faktoren positiv für sich zu beeinflussen. Ob Du das Businessplan nennen möchtest oder nicht, bleibt Dir überlassen. 

Fakt ist, es sollte auf jeden Fall schriftlich vorliegen, damit man keine Möglichkeit hat, sich Dinge selbst schön zu reden oder irgendetwas zu vergessen. Ein Businessplan in diesem Sinne müsste also eine Grundlogik der folgenden Art haben:

  1. Mission/Zweck/Zielsetzung
  2. Ableitung einer übergeordneten Strategie
  3. Was ist die erste „Baustelle“ die ich angehen will und was möchte ich hier erreichen?
  4. Controlling der Tätigkeiten, die zum Ziel führen
  5. Was ist das zweite Projekt, dass ich angehen will und wie bringt mich das konkret weiter?
  6. Controlling der Tätigkeiten, die zum Ziel führen
  7. Und so weiter

Ein Businessplan, so aufgefasst, ist also mehr eine Abfolge von sinnvollen (kleinen) Projekten, um ein Unternehmen besser und besser zu machen. Dabei müssen nicht alle Projekte ab Gründung feststehen, Es reicht wahrscheinlich, wenn man die nächsten 2 oder 3 kennt, aber nie seine übergeordneten Punkte wie Ziele und Strategie aus den Augen verliert – Und an dieser Stelle hilft das Aufschreiben natürlich enorm weiter.

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