Wie funktioniert Risikomanagement bei kleinen Unternehmen?

Wie funktioniert Risikomanagement bei kleinen Unternehmen?4 min Lesezeit

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Risikomanagement bei einem Unternehmen mit 5 Mitarbeitern ist viel zu teuer und hat keinen Nutzen? Einerseits stimmt das. Risikomanagement mit einer Zertifizierung nach DIN 31000 zu implementieren, kostet richtig Geld. Das mag der Grund sein, warum über 75% der mittelständischen Unternehmen kein Risikomanagement haben. Der Anteil bei den kleinen Unternehmen und Selbstständigen dürfte in Richtung 100% tendieren.

Andererseits, glauben 88% der Befragten, dass ein Risikomanagement Vorteile für den Unternehmer hätte. Zusätzlich glauben 83%, dass es auch für das Unternehmen gut wäre.

Podcast:

02 – Wie funktioniert Risikomanagement bei kleinen Unternehmen?

Grundelemente des Risikomanagements

Warum sollte man jetzt nicht, sich mit den Grundelementen eines guten Risikomanagements beschäftigen? Vielleicht gibt es eine Variante, es ins Tagesgeschäft einzubauen und so das eigene Unternehmen etwas nachhaltiger und „gesünder“ zu machen. Schauen wir uns dazu die Grundzüge an. Gleichzeitig möchten wir eine Idee formulieren, wie das Konzept unserer Meinung nach auf ein kleines Unternehmen anwendbar wäre.

Der Risikomanagement-Prozess

Das ganze Thema beruht auf einer Abfolge regelmäßig durchgeführter Tätigkeiten. Im Detail sind das:

  • Finden von Risiken plus Beschreibung von Ursachen und möglicher Folgen
  • Analyse hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenhöhe
  • Bewertung der Auswirkungen für das Unternehmen
  • Risikosteuerung (Bewältigung & Beherrschung)
  • Überwachung
  • Dokumentation

Diese Schritte werden in einem System für Risikomanagement immer wieder durchgeführt. Das Ziel dabei ist ein frühzeitiges Erkennen und Umgehen mit geschäftlichen Risiken.

Risikomanagement in einer (sehr) kleinen Firma

Wie lässt sich das sinnvoll übertragen? Nun, jeder wird eine Vorstellung davon haben, was in seinem Betrieb schief gehen kann, wahrscheinlich auch Du. Da Du sicherlich wenig Zeit und Nerven hast, setze Dich abends oder morgens hin und schreibe die erste 10 Risiken auf, die Dir einfallen. Eine Excel-Tabelle oder ähnliches ist am sinnvollsten. Dann hättest Du den ersten Schritt erledigt.

Da die Eintrittswahrscheinlichkeiten der meisten Risiken nur durch eine längere Recherche ermittelt werden können, kannst Du das am Anfang unserer Meinung nach komplett ignorieren. (Achtung: Es geht uns hier um den Anwendungsfall in einem kleinen Unternehmen, nicht um Korrektheit.) Gehe lieber gleich zur Schätzung der Schadenhöhe und Bewertung über. Dabei hilft es bei der Bewertung in 3 bis 5 Kategorien zu denken, zum Beispiel egal, merkbar, wesentlich, kritisch, tödlich. Das Ganze kann in einer Tabelle dann die folgende Form annehmen:

Risiko

  1. Größter Kunde geht
  2. Wichtigster Lieferant geht
  3. Lange Krankheit eines MA

Schadenhöhe

  1. 13.000,- Euro im 1. Jahr
  2. 2.000,- Euro im 1. Jahr
  3. 9.000,- Euro im 1. Jahr

Bewertung für Unternehmen

  1. kritisch
  2. merkbar
  3. kritisch
Wie funktioniert Risikomanagement bei kleinen Unternehmen?
Risikobewertung in einer Matrix

Ein anderes brauchbares und ergänzendes Werkzeug ist die Risikomatrix.

Handeln ist wichtig

Mit diesem Schritt hast Du den 2. und 3. Punkt abgehakt. Alles, was Du jetzt noch tun musst, ist eine weitere Spalte zu ergänzen, die Maßnahmen oder erste Schritte enthält, die die Situation verbessern können. Das musst Du vor allem für die kritischen und tödlichen Risiken machen. Ein Beispiel für „Der größte Kunde geht“ könnte so aussehen:

Erste Maßnahmen

  1. Halbjährliches Feedback „zur Stimmung“ einholen
  2. Vertriebsprozess zur Neukunden-Akquise aufbauen

Die Königsdisziplin ist dann, sich zu jedem ersten Schritt der wichtigsten Risiken einen Termin im Kalender zu setzen, an dem der erste Schritt umgesetzt wird. 

Wenn Du Dir jetzt noch einen Termin setzt, zum Beispiel in 3 Monaten, an dem Du nochmal die eben aufgeführten Schritte mit den nächsten 10 Risiken und die zweiten Schritte für die ersten Risiken durchgehst, dann hast Du einen Risikomanagement-Prozess. Dank Excel ist dann auch schon alles dokumentiert. 😀

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